Bericht über die Demonstration von „Fahrradfreundliches Friedrichshain-Kreuzberg“ am 7.11.18

Am Abend des 7. Novembers 2018 trafen sich in der Tamara-Danz-Straße vor der neu eröffneten ‚East-Side-Mall‘ in Berlin-Friedrichshain gegen 18 Uhr mehrere Dutzend Fahrradfahrer, um gegen zugeparkte Radwege und für eine fahrradfreundlichere Stadt zu demonstrieren.

Anlass war der „inakzeptable Dauerzustand“ der immer wieder zugeparkten benutzungspflichtigen Radwege im gesamten Stadtgebiet, welche ein hohes Sicherheitsrisiko für alle unmotorisierten Verkehrsteilnehmer darstellen. Nach der Eröffnung des neuen Einkaufszentrum nahe der Warschauer Straße verstärkte sich dort dieses Problem noch weiter.

Für mich stellte das Projekt die persönliche Aufgabe dar, innerhalb eines Tages auf eine angekündigte Veranstaltung zu reagieren, dort Aufnahmen zu machen und innerhalb eines Tages zu veröffentlichen. Fernab technischer Mängel, die mir natürlich direkt ins Auge stechen, bin ich mit der Berichterstattung sehr zufrieden. Weitere folgen.

Initiator der Demonstration war das Netzwerk „Fahrradfreundliches Friedrichshain-Kreuzberg“.

Weitere Infos zu den Projekten unter:
rad-xhain.de
changing-cities.org

Interviewparts „Stimmen aus dem Hambacher Forst“ – 26.-30. September 2018

Hier meine Interviewparts rund um die Proteste um den Hambacher Forst.
Ungeschnitten in chronologischer Reihenfolge.

Eigentlich hatte ich vor, eine längere Reportage zu drehen.
Vor Ort habe ich jedoch gemerkt, dass alles etwas anders kommen sollte. Ein riesiges Areal, gefühlter Wintereinbruch im Sommer und den Umständen entsprechend recht kamerascheue Leute und viel Bewegung.

Jedoch habe ich einige liebe Leute getroffen, welche Lust hatten, ein paar Worte zu sagen. Sehr interessante Einblicke. Unter anderem spricht eine Aktivistin, welche Erfahrung auf den Bäumen sammeln konnte und ein Fotograf, welcher nicht ganz so schöne Erfahrungen mit der Polizei machen musste.

Meine Eindrücke lassen sich besser in Worte als in Bilder kleiden, habe ich gemerkt. Aktuell schreibe ich an meinen Eindrücken, die unter anderem die Atmosphäre der Geisterdörfer beschreiben. Ich werde versuchen, einige Aspekte, die mir aufgefallen sind, zu beleuchten.

Die einzelnen Interviewparts sind ebenso als einzelne Videos im Channel zu finden – interessant und hervorzuheben sei dieser Bericht eines Fotografen über Polizei-Brutalität bei der Räumung von Lorien.


Teile von „Stimmen aus dem Hambacher Forst“:
1) Einleitungstext „Gedanken über das Camp und seine Solidarität“
2) Videointerviews

Fotos auf Flickr

„Über die digitale Propaganda – wie man nicht darüber berichtet“; ein kleines Pamphlet mit Linksammlung

Aktuell geht das Thema der Beeinflussung durch Youtube-Algorithmen durch die Presse. Leider bearbeitet es den Punkt „digitale Propaganda“, wie Spiegel Online es nennt, nur teilweise und oft etwas arg oberflächlich. Ein kleiner Versuch, mehr Stichworte und Einblick – wenn selbst auch etwas oberflächlich – in das, was ich als „digitale Propaganda“ wahrnehme, zu liefern. Für newfags empfehlenswert.

… *räusper*

Aaalter, SpOn, geht’s vielleicht ’ne Nummer kleiner..?


(Screenshot von Spiegel Online. Zum Artikel geht’s mit einem Klick auf’s Bild.)

„Digitale Propaganda“ und irgendwas mit dunklem Internetz – da denke ich gleich „oh man, endlich berichtet ein größeres Blättchen mal über die krude Politchose, die seid Jahren abgeht; über Meme Warfare[1], weaponized Autism[2] und den ganzen Agitprop-Mist[3], der mit Memes, Viralbildchen und Trollerei betrieben wird. Oder gar über neueste, krasse Kniffe wie dem neurechten NPC-Meme, welches den politisch Andersdenkenden sogar gleich komplett dehumanisiert[4] (aber immerhin auch umgedreht wird. inb4 „the left can’t meme“[5]). Aber puste Kuchen, „Digitale Propaganda“ ist nur ein beschissener rhetorischer und vor allem falscher Aufhänger dieser BILD für Abiturienten (danke, Pispers![6])…

SPIEGEL ONLINE springt hier nur auf den Bandwagon auf, der seit n paar Tagen rollt und in dem Blätter vor allem darauf hinweisen, dass – wer hätte es gedacht – der „ich zeige dir nur, was du sehen magst“-Algorithmus auf Youtube und Co Echokammern erzeugt und somit Leute sich immer weiter in ne digitale Psychose einwühlen können. Wow, wer hätte es gedacht?! Und wieso faseln sich Leute wie ich und vor allem Sascha Lobo (übrigens ganz tolle Artikel und Vorträge zu diversen Netz-Themen) seit Jahren die Lippen fusslig über Probleme von gelenkter User Experience, sind die großen Freaks und erst jetzt wird diese „ach übrigens, das ist wirklich so!“-Meldung so maßlos und dann doch zu wenig aufgeblasen?

Allein dieses Artikelbild! Also echt, geht’s ne Nummer kleiner?! Und wohl recherchierter, weniger reißerisch und bitte vor allem umfangreicher? Moderne digitale Agitprop ist zu wichtig, zu mächtig und die Leute sich immer noch zu selten dem bewusst, als dass man nicht tiefer bohren sollte. Was nicht die üblichen Propagandamittel (im Artikel benannt sind Musik und auf Agitation getrimmte Videos) in ihrer Schwere herunterspielen sollte. Die aber für mich immer noch „klassische Propaganda“ sind – wo doch Agitprop-Mechaniken wie die moderne psychologische Troll-Kriegsführung eher das Label „digitale Propaganda“ verdienen und für den Mainstream aufbereitet werden müssen; so dass jener Mainstream aufgeklärt werde.

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Gedanken aus dem Hambacher Forst, die Erste – Gedanken über das Camp und seine Solidarität

Ich war vom 24. September bis zum 1. Oktober am Hambacher Forst, um für eine Reportage zu recherchieren. Jedoch kam letztlich alles anders und ich muss noch viel schreiben, um meinen Eindrücke adäquat Gestalt zu verleihen. Ich war krank, habe Stress mit dem bezaubernden Jobcenter und nun erst komme ich langsam dazu, zu arbeiten. Um eine kleine Einleitung zu geben, folgt hier nun mein erster Text, welchen ich bereits vor Ort geschrieben habe. Weitere werden folgen.

Donnerstag, den 27. September – Mittag, 14 Uhr:
Ich sitze auf einer Terrasse vor einem bezaubernden, eine Etage tiefer liegenden Garten und trinke meinen „Morgen“-Kaffee. Ich zünde meine erste Zigarette des Tages an und merke, wie sich dieses klumpige Gefühl in meinem Kopf langsam auflöst.

Ein diffuses Gefühl aus Schuld und falschem Korpsgeist begleitet mich, seitdem ich gestern hier in dieser komfortablen Unterkunft ankam. Nach zwei Tagen im Camp bei Manheim hatte ich gestern Abend das große Privileg, abgeholt zu werden von einer Dame aus Düren – einer Mittelstadt, zwei S-Bahnstationen von Buir entfernt, dem Dreh- und Angelpunkt der Auseinandersetzungen um den Hambacher Forst, die nun seit genau zwei Wochen eskaliert sind. Die Nacht verbrachte ich nach zwei langen Tagen wieder in einem gemachten Bett. Anders als diverse Menschen, welche ich die Tage am und um den Wald traf…

Am späten Montag Nachmittag stieg ich am Bahnhof von Buir aus, schleppte mein (wie sich rausstellte viel zu arg) bepacktes Fahrrad die Treppen herab und fuhr gen Norden; über eine Autobahn mit ironisch anmutenden Solartrassen auf den Lärmschutzwällen, hinein in das „Gefahrengebiet“.

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Wie wär’s mit einer Fleischkarte?!

Ich als Omnivore, der Fleisch nur noch auf den Sonntagbraten legen will, und aufgrund einer gewissen Bequemlichkeit und mangelnder Übung es selten schafft gescheit vegan zu kochen – und zudem Fleisch als Speise schätzt – bin für die Idee einer Fleischkarte:

Meine Idee wäre, ein tiergerechtes, traditionelles und auch langes, bequemes, gesundes und erfülltes Leben den Tieren zu ermöglichen; die mit uns verwachsenen, kulturevolutionär genutzten und gezüchteten Eigenschaften zu genießen – indem man die Erzeugnisse klar rationiert!

Wenn es nur ein gewisses Kontingent Milch gibt, nur ein gewisses Kontingent Fleisch, nur ein gewissen Kontingent Käse und so weiter, dann sollte man eine tierfreundliche, gute und pflegliche Tierhaltung mit den daraus resultierenden Produkten ermöglichen können. Ebenso könnten Fette und alle weiteren „Abfall“-Produkte, das Gelatin und alles andere, was noch so in der Industrie zerfließt, kontrolliert werden. Das Wohl der Tiere müsste in einer sehr strikten Neuausrichtung der Agrarindustrie die oberste Priorität sein. Kalbfleisch zu verbieten, oder es zumindest Babykuhfleisch nennen, wie es South Park vorschlägt, wäre auch eine ernste Überlegung.

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